Am liebsten mag ich Monster

Originaltitel: My favorite thing is monsters
 
Verlag: Panini Comics (Panini Verlag)
Erschienen: Juni 2018
 
Format: Album (21,2 x 27,5 cm)
Einfarbig, zweifarbig, dreifarbig und vierfarbig
 
Genre: Roman
Horror/Grusel
Drama
 
Inhalt: Die Graphic Novel »Am liebsten mag ich Monster« schlug im Jahr 2017 in den USA ein wie eine Bombe. Das über 400 Seiten starke Erstlingswerk der Autorin und Zeichnerin Emil Ferris kam quasi aus dem Nichts und begeisterte sofort die gesamte Comic-Szene.

Der Mystery/Crime-Comic erzählt die Geschichte der 10-jährigen Karen Reyes und spielt im Chicago der 1960er Jahre. Vordergründig geht es dabei um den Tod ihrer Nachbarin, den Karen aufzuklären versucht. Um diese Story herum ranken sich aber viele Subebenen, bei denen es um das Erwachsenwerden, Andersartigkeit und Ausgrenzung geht:
Als Unterschichtenkind mit Latino-Herkunft hat es Karen nicht leicht: Sie wird von ihren Schulkameraden gehänselt und tätlich angegriffen. Sie ist eine Außenseiterin mit wenigen Freunden und als wären die Probleme mit Schule, Eltern und dem Leben in einem sozialen Brennpunkt nicht schon ausreichend, verstärken die aufkeimende Pubertät und die Erkenntnis, dass sie sich wohl eher Frauen zugewandt fühlt, die Unbilden des Alltags noch. Die begeisterte Monster-Film- und Pulp-Heft-Freundin schafft sich eine imaginäre Welt, in der Monster an die Stelle realer Personen treten. In dieser Form hält sie auch die Geschehnisse in ihrem gezeichneten Tagebuch fest, mit sich als Werwolf-Mädchen in einer Haupt-Nebenrolle.

Die Graphic Novel ist dieses Tagebuch. Der Tagebuch-Stil, in dem Emil Ferris die Geschichte mit Farbstiften auf liniertem Schreibpapier zeichnete, macht einen wesentlichen Teil des Reizes des Bandes aus und bedeutete gleichzeitig einen enormen Aufwand für die deutsche Adaption, da viele Retuschen nötig waren.

Die Mischung aus Familientragödie, Coming-of-Age-Drama, Zeitgeschichte, Monstergeschichte und Krimi ist aber in allem ungewöhnlich: Die Zeichnungen, die zwischen kindlichem Gekritzel, Comic und klassisch anmutender Radierung wechseln, der Genre-Mix und auch das sprunghafte Storytelling, das zusammen mit der Dicke des Bandes durchaus eine Herausforderung darstellt, ergeben zusammen ein komplexes Meisterwerk, bei dem man schnell versteht, warum der Band unter anderem eine Nominierung für den Eisner-Award erhielt.

Ungewöhnlich sind aber auch die Entstehungsgeschichte und die Person hinter dem Band: Von Emil Ferris hatte vor »Am liebsten mag ich Monster« tatsächlich noch nie jemand etwas gehört. Die heute über 50-jährige Amerikanerin, die ebenso ein Fan von Monster-Geschichten ist wie ihre Titelheldin und die ihre Jugend auch im Chicago der 1960er Jahre verbrachte, hatte zuvor - soweit bekannt - als Illustratorin und Spielzeugdesignerin gearbeitet, infizierte sich aber mit 40 Jahren mit dem West-Nil-Virus. Als Folge der Infektion wurde von der Hüfte abwärts gelähmt und konnte auch ihre rechte Hand nicht mehr bewegen. Das Zeichnen wurde für sie zur mentalen Stütze und ein Instrument, um ihre motorischen Fähigkeiten Stück für Stück zurückzuerobern. Sie leidet zwar bis heute unter Spätfolgen der Kankheit, schaffte damals aber trotz aller Einschränkungen einen Abschluss im »Kreativen Schreiben« an der »School of the Art Institute of Chicago« und fing mit der Arbeit an ihrem Debüt an. Sechs Jahre kostete sie die Fertigstellung von »Am liebsten mag ich Monster« und erklomm mit der gefeierten Publikation aus dem Stand heraus den Olymp der Comic-Szene.

weniger

 
 
Softcover
 
Seiten: 416
 
Erscheinungsdatum: Juni 2018
ISBN: 978-3-7416-0808-7
 
Herkunftsland: USA
 
Zeichner: Emil Ferris
Texter: Emil Ferris
Übersetzung: Torsten Hempelt
 
 
Inhalt: Die zehnjährige Karen Reyes führt ein ganz besonderes Tagebuch: Neben ihren Alltagsbeobachtungen zeichnet sie Monster aus Trash-Horrorfilmen und alten Pulp-Magazinen. So bewältigt sie ihren Alltag in den USA der 1960er-Jahre und sammelt Spuren und Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an ihrer Nachbarin Anka Silverberg beitragen sollen.

Emil Ferris verarbeitet in »Am liebsten mag ich Monster« ihre eigene Vorliebe für Horror-B-Movies und Grusel-Groschenhefte und bettet dies in eine Geschichte ein, die die sozialen Spannungen im Chicago der 1960er Jahre mit einer Geschichte des Erwachsenwerdens verknüpft.
 
 

Zu diesem Titel wurde 1 Angebot im Comic-Marktplatz gefunden.

ID = 126476

Neu-Preise

Ursprüngl. Coverpreis: 39.00 €  
Aktueller VK-Preis: 39.00 €  

Sammler-Preise

Zustand 0: 39.00 €  
Zustand 1: 26.00 €  
Zustand 2: 10.40 €  
Zustand 3: 5.20 €  
Zustand 4: 2.60 €