Superman

Untertitel: und Batman (Bd. 3/1967 - 11/1969)
Batman (Bd. 12/1969 - 26/1985)
Originaltitel: Superman
 
Verlag: Ehapa Verlag
Erschienen: September 1966 - Dezember 1985
 
Format: Heft
Vierfarbig
 
Genre: Superhelden
 
Inhalt: »Superman« ist nicht nur der populärste aller Superhelden, er ist auch ihr Stammvater. Die in den USA in den 30er Jahren von den Schülern und Science-Fiction-Fans Jerry Siegel und Joe Shuster ersonnene Figur schlug sofort ein wie eine Bombe und prägte schließlich das Gesicht der amerikanischen Comics. »Supermans« Einfluß ist jenseits des Atlantik diesbezüglich heute weitaus größer als der aller Geschöpfe Walt Disneys.
In Deutschland brauchte es allerdings drei Anläufe, bis es mit »Superman« endlich was wurde. Und offenbar war die Mitte der 60er Jahre genau der richtige Moment, um mit dem optimistischen Helden in ein neues Zeitalter aufzubrechen.
Neben »Superman« servierte der Ehapa-Verlag dabei auch gleich eine ganze Palette anderer Superhelden mit. Allen voran natürlich »Batman«, der sich schon bald mit seinem Superkollegen die Titelzeile teilte. Später komplettierten dann immer mehr Helden aus dem schillernden DC-Universum den Ehapa-Comic-Kosmos: Der »Flash« (Erst »Zack«, dann »Roter Blitz«), »Green Lantern« («Grüne Leuchte«, dem zuständigen Redakteur erschien »Laterne« zu altmodisch), »Hawkman« («Falke«), »Atom« (dito), usw., usw. Aber insbesondere die »Superman«-Spin-Offs »Superman's Girlfriend Lois Lane« und »Superman's Pal Jimmy Olsen« wurden, insbesondere in den ersten Jahren, immer wieder veröffentlicht. Wohl nicht zuletzt deswegen, weil beide Serien Elemente der »Soap-Operas« vorwegnahmen, lange bevor überhaupt nur jemand etwas von »Dallas« ahnte, dabei aber stark ironisch angelegt waren. Insbesondere die »Lois Lane«-Storys von Kurt Schaffenberger brachten den nur scheinbar unbesiegbaren »Superman« in immer groteskere Situationen, denen er oft mit »Super«-Einfallsreichtum denn mit stählernen Kräften begegnen mußte.
Teilten sich »Superman« und »Batman« anfangs die Heftanteile noch mehr oder weniger gleichberechtigt auf, war damit Ende der 70er Jahre Schluß. Bei Ehapa erschien nun auch das »Batman-Sonderheft«, das ausschließlich auf den dunklen Verbrecherjäger aus Gotham City setze, »Superman« hatte sein Heft jetzt fast wieder für sich allein, obwohl es -wohl aus traditionellen Gründen- immer noch mit »Superman/Batman« betitelt blieb. Aber der »dunkle Ritter« blieb natürlich nicht gänzlich verbannt: die reichlich sprudelnden Story-Quellen in den USA versiegten nicht. Serien wie »World's Finest« waren von Anfang an nur dazu da, dem »Dream Team« »Superman & Batman« eine eigene Plattform zu geben, hieraus wurde auch jetzt noch immer wieder veröffentlicht.
Was deutsche Leser hingegen kaum vor die Nase bekamen waren frühe Stories um die später recht populäre »Legion der Superhelden«. Die wurde erst mit beginnendem »Bronze Age«, also in den 70er Jahren, importiert. Lediglich das ebenfalls bei Ehapa verlegte Magazin »MV Comix« hatte da hin und wieder etwas mehr zu bieten.
Vor allem aber fehlen den »Superman«-Heften sehr viele Schlüssel-Stories, auf die in zwar hin und wieder verwiesen wurde, selbst aber nie nachgelesen werden konnten. Hervorstechendes Beispiel sind »Superboys« Pflegeeltern Martha und Jonathan Kent: In den 70er Jahren begegnen sie dem ebenso faszinierten wie verwirrten Leser als kernig-junges Farmerehepaar, obwohl sie bis dato die 60 schon lange überschritten hatten. Des Rätsels Lösung ist ein Verjüngungsserum, das die Kents von Außerirdischen eingeflößt bekamen. Das erfahren die deutschen Leser allerdings nur so nebenbei - vermittels spärlich ausgestreuter Fußnoten. Die dazu gehörige »Superboy«-Story (Ausgabe 145) aus dem Jahre 1968 kam nie zur Veröffentlichung.
Überhaupt schlug die generelle Inkonsistenz der deutschen Bearbeitung negativ zu Buche. Der »Flash« hatte seinen ersten Auftritt, bevor der Leser überhaupt wußte, wer oder was er genau war, seine »Origin Tale« wurde erst einige Nummern später veröffentlicht. Dann wurde der »Flash« erst auf »Zack«, später auf »Roter Blitz« getauft. Auch andere Superhelden, die in den Originalausgaben gern Gastauftritte bei ihren Standeskollegen genossen und die dort natürlich längst jeder kannte, wurden hier immer mal wieder umbenannt. Eine aufhellende Erklärung blieb dabei aus.
Bei alledem spielte auch eine Rolle, daß der Ehapa-Verlag immer möglichst »up to date« sein wollte und weniger den akribischen Comic-Fan als den schnellen Konsumenten ansprechen wollte. Das bedeutete, daß mit dem Ende der 60er Jahre das »Silver Age« auch hierzulande aus den »Superman«-Heften verschwand. Die Veröffentlichung klassischer Geschichten waren ab jetzt nur noch rare Ausnahme. Die echten Schätze für Comic-Antiquariate liegen demnach tatsächlich in den Jahrgängen 66-69 verborgen. Was wohl auch einer der Gründe dafür gewesen ist, warum DC bei den deutschen Kids der 70er nicht besonders gut weg kam. Wer damals was auf sich hielt, las die bei Williams veröffentlichten Marvel-Comics. Nur wenigen war dabei wirklich bewußt, daß Williams aufgrund seiner gut durchdachten Veröffentlichungspolitik die Comic-Perlen der 60er Jahre an Land gezogen hatte. In Deutschland lag also ein echter Time-Lag zwischen den beiden Verlagen Marvel und DC. Und so wurde miteinander verglichen, was nicht vergleichbar ist. Natürlich lagen unabhängig davon aber immer noch Welten zwischen den beiden Verlagsgiganten.
Trotzdem gab es auch in den 70er Jahren noch genug interessantes in den »Superman«-Heften zu finden: nicht nur einige »Batman«-Stories sind dank der Arbeit des Zeichners Neal Adams mehr als sammelwürdig. Viele kleine Juewelen, die sich durch besondere Künstler oder besonders originelle Stories auszeichneten, waren immer wieder mal in den Heften zu finden. Außerdem wollten wir auf interessante Daten für Comic-Historiker nicht verzichten: der Hinweis auf die erste Sammelmarke fehlt ebensowenig wie auf Leserbriefseiten, Heftbeilagen und Sonderseiten.
Last but not least: die langlebigste deutsche Superheldenserie, die immerhin aus drei bewegten Jahrzehnten amerikanisches Kulturgut transportiert hatte, wandelte auch politisch ihr Gesicht: sie wurde zusehends liberaler, manchmal sogar progressiv.

weniger

 
Siehe auch: Superman - Reprint-Kassette (Ehapa Comic Collection)
Superman Album (Ehapa)
Superman (Carlsen)
Superman (Dino)
Superman Sonderband (Dino)
Superman Special (Dino)
Supermann (Verlag »Supermann«)
Superboy (Ehapa)
 
Band: 1981: Nr. 14
 
Seiten: 32
 
Erscheinungsdatum: 1981
Herkunftsland: USA
Story-Titel: 1.) Superman und Batman: 12 Münzen der Macht
2.) Superman: Die geheime Hekrunft des Bruce (Superman) Wayne
 
Zeichner: 1.) Romeo Tanghal, Bob Smith
2.) Curt Swan, Frank Chiaramonte
Texter: 1.) Cary Burkett
2.) Bob Rozakis
 
Bemerkungen: Preisausschreiben mit Superheldenbezug.

2.) Diese »Imaginary Tale« verbindet die Mythen um »Superman« und »Batman«: hier haben nicht die Kents, sondern das Ehepaar Wayne das kleine »Superbaby« vom Planeten Krypton adoptiert. Das hat natürlich Konsequenzen: wegen ihres Adoptivsohnes kommt der »echte« Bruce Wayne nie zur Welt. Und da der junge Kal-El über Superkräfte verfügt, kann er auch das Attentat auf seine Eltern verhindern, das den »wirklichen« Bruce später zum rächenden »Batman« werden ließ. Ergo: es gibt keinen »Batman«. Alles in allem bleibt die Story aber dem simplen Strickmuster der »Superman«-Stories der frühen 80er Jahre verbunden. Knapp 10 Jahre später erschien in den USA in der Reihe »Elseworlds« (in der die bekannten Superhelden in eine völlig andere Umgebung versetzt werden) der Band »Speeding Bullets« (bislang keine Veröffentlichung in Deutschland). Auch hier wird Kal-El vom Ehepaar Wayne adoptiert. Da hört es mit den Parallelen zu dieser Geschichte aber auch schon auf: in den pessimistischeren 90ern kann er das Attentat nicht verhindern - aus Kal-El wird ein desillusionierter Vigilante: »Batman« mit Superkräften. Für Leser, die sich für Comic-Historie interessieren, empfiehlt es sich, die beiden Stories einmal nebeneinander zu legen.
 
 

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