70 Jahre Micky Maus

Alternative Titel: Happy birthday Micky Maus 1998
 
Verlag: Ehapa Comic Collection (Egmont Ehapa Verlag)
Erschienen: September 1998
 
Format: Album
Vierfarbig
 
Genre: Humor
Stil: Funny
 
Inhalt: Wie eine kleine gezeichnete Maus Ende der zwanziger Jahre zu einem der größten Medienstars wurde und es bis heute blieb - das ist eine der fantastischsten Geschichten und ohne Übertreibung die Traumkarriere dieses Jahrhunderts.

Walt Disney und sein Team stellten damals gerade Kurzfilme mit dem gewitzten Kaninchen Oswald her, die auch ganz erfolgreich waren. Aber obwohl Walt Disney die Figur selber geschaffen hatte, gehörte sie nicht ihm, sondern dem Filmverleiher - und der entscheid sich, ihm Oswald wegzunehmen. Undankbarkeit war und ist eine der hervorstechenden Charaktereigenschaften gewisser Filmleute. Doch Walt Disney ließ sich nicht entmutigen. Er spürte, daß er eine noch erfolgreichere Trickfilmfigur schaffen konnte als Oswald - und die würde ihm dann niemand mehr wegnehmen.

Sein neuer Star sollte eine Maus werden. Das war damals etwas ganz Neues, hatten im stummen Trickfilm doch eher Katzen den Ton angegeben, die hinter den armen Mäusen her waren und ihnen bisweilen arg zu schaffen machten. Kurzum: den Mäuse-Statisten im Trickfilm ging es ganz schön dreckig. Aber das sollte sich jetzt, in der letzten März-Woche des Jahres 1928 - radikal ändern.
Walt wollte seine Maus Mortimer nennen, doch seine Frau hatte einen besseren Einfall: Micky! Micky Maus!! Disney kritzelte erste Skizzen seiner neuen Schöpfung und besprach sie mit Ub Iwerks, seinem besten Trickzeichner. Der schmunzelte: »Die sieht ja genauso aus wie du!«. Tatsächlich hatte Walt Disney, als er die Maus zu Papier brachte, unwillkürlich seinen Gesichtsausdruck im Spiegel kontrolliert, was Trickfilmzeichner häufig tun. Aber er bestand darauf, daß nicht er das Vorbild der Maus sei, sondern ein flinkes Mäuslein, das mit ihm einst sein Büro in Kansas City geteilt habe.

Die frühe Micky Maus, von Walt Disney geschaffen und von Ub Iwerks im Trickfilm gezeichnet, sah ein wenig anders aus als der Mäuse-Star von heute und wirkte eher plumper. »Micky«, erzählte Walt Disney später, ''mußte vor allem als Figur einfach zu zeichnen sein. Da wir alle zwei Wochen 200 Meter Film abzuliefern hatten, konnten wir uns nicht mit einer komplizierten Figur abgeben. Der Kopf bestand aus einem Kreis mit einem Oval für das Schnäuzchen. Die Ohren waren auch Kreise, so daß sie immer in gleicher Weise gezeichnet werden konnten, gleichgültig, wie Micky den Kopf drehte. Der birnenförmige Körper hatte einen langen Schwanz. Die Beine glichen Röhren, und wir steckten sie in große Schuhe. Micky sollte wie ein Junge in den Schuhen seines Vaters wirken.«

Aber obwohl die Kinobesitzer ganz angetan waren von den ersten beiden Filmen mit dem Mäuserich - im ersten ging er samt Freundin Minni in einem selbstgebastelten Flugzeug in die Lüfte, im zweiten ritt er als galoppierender Gaucho auf dem Rücken eines Straußes -, zögerten sie. Denn inzwischen war der Tonfilm aufgekommen, und die beiden ersten Micky Maus-Filme waren noch ohne Ton. Kurzentschlossen setzte Walt Disney alles auf eine Karte und stellte einen dritten Film mit Micky her - Steamboat Willie - »Dampfschiff Willie«, den er erstmals vertonte. Kuhglocken, Pfeifen und Bratpfannen sorgten für lustige Toneffekte, ein Orchester spielte den »Yankee Doodle« und andere bekannte Volkslieder, und Walt Disney persönlich lieh Micky seine Stimme (was er bis 1946 beibehielt).

Der erste wirklich tönende Zeichentrickfilm der Filmgeschichte war fertig, und Harry Reichenbach, ein mutiger Theatermanager, setzte ihn ab 18. November 1928 im Colony-Kino in Manhattan ein. Das Publikum war begeistert, die Presse nannte den kleinen Tonfilm sensationell und schon wenig später zog Micky Maus um in den gewaltigen Roxy-Filmpalast in New York. Das Eis war gebrochen und Micky Maus quasi über Nacht ein Star.


Micky und seine Freunde

In den späten zwanziger und dreißiger Jahren stellte Walt Disneys Studio zahllose Kurzfilme her, die Mickys Stellung als einer der führenden Filmstars weiter festigten. Mickys Unbekümmertheit und sein Mut, auch großen Tieren auf den Pelz zu rücken und sich nicht unterkriegen zu lassen, fand begeisterten Anklang bei einem Publikum, das in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht viel zu lachen hatte. Und 1931 gab es sogar einen Ehren-Oscar, die höchste Auszeichnung, die die Filmstadt Hollywood zu vergeben hat, für die. Erfindung der Micky Maus. So populär war Micky, daß man ihn sogar ins Lexikon aufnehmen mußte. Auch sein Äußeres wurde nach und nach verbessert: Zeichner Fred Moore kümmerte sich um das Outfit.

Ab 1935 stellte Walt Disney die Micky Maus-Filme endlich von Schwarzweiß auf Farbe um, und in seinem ersten Technicolor-Film, The Band Concert - »Lachkonzert in Entenhausen«, waren zwei Partner längst keine Unbekannten mehr: Goofy und Donald Duck, der Kapellmeister Micky mit einem von diesem nicht bestellten Querflötensolo entsetzlich auf die Nerven ging.

Mickys bester Freund Pluto war am Anfang alles andere als Mickys Freund: 1930, in seinem ersten Filmauftritt, war er einer von zwei Hunden, die den entflohenen Sträfling Micky verfolgten.

Besonders verdient um Pluto machte sich Norm Ferguson, einer von Walt Disneys herausragenden Trickfilmspezialisten. Unvergessen jene Szenen, in denen Pluto in einen Fliegenfänger tappt: eine der Sternstunden der Zeichenfilmkunst!

Micky, Donald, Goofy und Pluto blieben aber nicht nur Stars auf der Leinwand, sie hielten auch Einzug in das Heim eines jeden Disney-Fans. Zu erwähnen sind: Micky Maus-Spielzeug jeder Art, Micky Maus- Besteck, Micky Maus-Lampen, Micky Maus-Taschentücher, Micky Maus-Pyjamas, sogar Donald Duck- Kaffee und ein Micky Maus-Telefon. Zu den Rennern gehören die Micky Maus-Uhren, von denen alleine zwischen Juni 1933 und Juni 1935 2,5 Millionen Stück verkauft wurden.

Am beliebtesten sind natürlich die Micky Maus-Comics. Ab Dezember 1930 erschienen Mickys Bildergeschichten auch in deutschen Tageszeitungen und Anfang 1937 startete der Bollmann Verlag in Zürich eine deutschsprachige Micky Maus-Zeitung, die unter Sammlern heute sehr begehrt ist. Richtig los ging es mit den Micky Maus-Magazinen in Deutschland im September 1951, als der Ehapa Verlag die erste Nummer der bunten Jugendzeitschrift herausbrachte.

Walt Disney hat nie vergessen, was er Micky Maus verdankte, und daher ist bis heute der unverwechselbare Mäusekopf mit den schwarzen Ohren das Wappentier der Walt Disney Company.

Die Geschichten um Micky Maus und Donald Duck werden heute hauptsächlich von Autoren und Zeichnern in Europa geschrieben. Von Egmont (der Muttergesellschaft des Egmont Ehapa Verlags) in Kopenhagen und von der Walt Disney Company in Italien.
Seit März 1951 gibt der Ehapa Verlag das deutschsprachige Micky Maus-Magazin heraus. Die gesamte verkaufte Auflage seit damals nähert sich langsam der Milliardengrenze.
Die Verlage der Egmont Gruppe publizieren Micky Maus-Magazine in derzeit 29 Ländern.


Zwei Weggefährten von Micky Maus

Minni Maus

Mit Volldampf startete Minni ihre Karriere im Jahr 1928, als der Zeichentrickfilm »Steamboat Willie« Premiere hatte. Und das dann gleich an der Seite von Micky Maus. Die Beziehung zwischen den beiden Mäusen bereitet uns heute auch noch Kopfzerbrechen. War es eine rein platonische Beziehung? Waren sie verheiratet? Oder war sie die Geliebte von unserem Maus-Helden? Auf jeden Fall stand sie im Kreuzfeuer der beiden um sie buhlenden Verehrer Kater Karlo und Micky Maus. Walt Disney meinte einmal sehr lakonisch dazu: »Wenn es in die Story paßte, ließen wir sie eben wie ein Paar rumlaufen und gleichzeitig viel älter werden. Wenn sie wieder jugendlich wirken sollten, dann waren sie eben nur Freunde und Minni nur das Mädchen.« Diese Konstellation der Charaktere lieferte anfangs auch den Stoff für die Comic- und Filmstories. Minni stand im Mittelpunkt des Geschehens. Mit der Zeit tendierte ihr Stellenwert aber eher zu einer Nebenrolle hin. Heute jedoch erlebt sie ein fulminantes Revival im Mädchen-Magazin »Minnie«. Hier hat sie seit 1990 ihr Mäntelchen der »grauen Maus« abgelegt, um sich poppig, frisch und zum Teil verblüffend emanzipiert neu darzustellen.


Kater Karlo (Black Pete)

1925 treibt Karlo auf der Leinwand in der Stummfilmreihe »Alice Comedies« das erste Mal sein Unwesen und ist somit 3 Jahre älter als sein »Lieblingsfeind« Micky Maus. Auf diesen trifft er dann in Mickys Debütfilm »Steamboat Willie« im Jahre 1928. Seines früher unverzichtbaren Kennzeichens wurde Kater Karlo inzwischen beraubt - seiner im Mundwinkel hängenden Zigarre und seinem Holzbein, welches ihm seinen früheren Namen »Peg-Leg Pete« einbrachte. Das charakteristische Holzbein wurde zunächst durch eine Prothese ersetzt und verschwand später vollständig. Daß er auf Nikotinentzug gesetzt wurde, versteht sich für den gesundheitsbewußten Leser ja von selbst. Vor seinen Intrigen ist jedoch auch heute noch niemand sicher. Micky Maus, der in Kater Karlo neben den Gaunereien auch noch einen Nebenbuhler um die angebetete Minni Maus sieht, muß sich seiner am häufigsten und heftigsten erwehren. Doch auch die restliche Einwohnerschaft Entenhausens ist vor seinen Gemeinheiten nicht gefeit. Zwischenkaterliche Beziehungen pflegt Karlo mit Lebensgefährtin Trudi. Die Katzendame ist im Prinzip das weibliche Pendant zum rüden Kater, wobei sie doch noch mit einem größeren Intelligenzpaket ausgestattet ist und damit Karlos »bessere Hälfte« darstellt.

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Softcover
 
Seiten: 64
 
Erscheinungsdatum: Ende September / Anfang Oktober 1998
ISBN-10: 3-7704-0314-2
 
Herkunftsland: USA
Story-Titel: 1.) Micky Maus und Gamma, der Mensch aus der Zukunft
2.) Abenteuer auf der Schildkröteninsel
3.) Der schönste Weihnachtsstern
4.) Der verschwundene Bandit
 
Zeichner: 1.) Floyd Gottfredson
2.) Paul Murry
3.) Noel van Horn
4.) Tony Strobl
Texter: 1.) Bill Walsh
2.) Carl Fallberg
3.) Byron Erickson
 
Bemerkungen: Die Seiten 2+3 bzw. 4+5 wurden beim Druck vertauscht.
 
 

ID = 62056

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Ursprüngl. Coverpreis: 16.80 DM  

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