Micky Maus

Verlag: Ehapa Verlag (Bd. 1/1951 - 45/1996)
Egmont Ehapa Verlag (Bd. 46/1996 - 33/2014)
Egmont Ehapa Media (ab Bd. 34/2014)
Erschienen: September 1951 - Erscheint noch
 
Format: Heft
Vierfarbig
 
Genre: Humor
Stil: Funny
Magazin
 
Siehe auch: Micky Maus - Reprint-Kassette (Ehapa Comic Collection)
Micky Maus - Jubiläums-Sonderband (Ehapa Comic Collection)
 
Band: 1999: Nr. 13
 
Seiten: 72
 
Erscheinungsdatum: März 1999
Story-Titel: 1.) Donald Duck: Othilde, das Osterhuhn
2.) Donald Duck: Unvergessliches Picknick
3.) Micky Maus: (ohne Titel)
4.) Micky Maus: Eine andere Welt
5.) Donald Duck: (ohne Titel)
6.) Donald Duck: Der Regenmacher
 
Zeichner: 1.) Vicar
2.) Carl Barks
3.) Manuel Gonzales
4.) Ferioli
5.) Al Taliaferro
6.) Michaki Motohashi
Texter: 1.) Christopher Spencer
2.) Carl Barks
3.) Del Connell
4.) Stefan Petrucha
5.) Bob Karp
6.) Carl Barks
 
Bemerkungen: Erstmalig erscheint in dieser Ausgabe eine Disney-Geschichte im typisch japanischen Manga-Stil.

Die Japaner lieben Comics so sehr, daß sie für die Herstellung der bunten Bildergeschichten pro Jahr mehr Papier verarbeiten als für Klorollen. Die Japaner lieben auch die Bewohner Entenhausens: Während die Eröffnung des Disney-Freizeitparks bei Paris von zahlreichen Protesten französischer Intellektueller begleitet wurde, die nach der Bedrohung ihrer Haute Cuisine und ihrer Sprache durch amerikanische Bulettenbuden und Anglizismen nun auch die gallische Hochkultur selbst vom Mäuserich Micky attackiert sahen, wurde Disneyland Tokyo von den Japanern mit einem besonders freundlichen Lächeln willkommen geheißen.

Was die Japaner bislang nicht ganz so sehr liebten, waren Disney-Comics. Die westliche Art, Comicgeschichten zu erzählen, unterscheidet sich vom fernöstlichen »Manga«-Stil wie das lateinische Alphabet von japanischen Schriftzeichen: Im Manga sind Details im Hintergrund ebensowenig erwünscht wie viele Wörter in den Sprechblasen. Der japanische Comicleser will sich auf das Wesentliche konzentrieren - auf spannende Action und ausdrucksstarke Nahaufnahmen von Gesichtern.

Die dänische Egmont-Gruppe, deren Comic-Geschichten in rund 40 Ländern erscheinen, reizte die Aufgabe, auch auf dem heiß umworbenen asiatischen Markt Fuß zu fassen. In China und Indien verlegt Egmont bereits seit einigen Jahren Geschichten, die zuvor in deutschen »Micky Maus«-Magazinen zu lesen waren. In Japan war die Ausgangslage jedoch anders: Dort gab es schon eine lange eigene Comictradition. Um Erfolgsaussichten zu haben, genügte es daher nicht, die Geschichten nur textlich zu übersetzen. Man mußte sich den Gewohnheiten der japanischen Comic-Leser auch visuell anpassen. Deshalb warb Egmont einige junge japanische Comiczeichner an, um sie in Kopenhagen mit den Grundlagen der Entenhausener Zeichenmethode vertraut zu machen, denn auch der Disney-Stil ist ja eine Kunst für sich. Wie Donald oder Micky auszusehen haben, gibt die Walt Disney Company bis ins letzte Detail vor. Nur so ist gewährleistet, daß Donald in einer italienischen Comicgeschichte nicht völlig anders aussieht als in einer holländischen.

Die künstlerisch und technisch hervorragend ausgebildeten jungen Japaner meisterten den Disney-Stil ungewöhnlich schnell, so daß schon nach wenigen Wochen Comics vorlagen, die Entenhausener Geschichten mit den für den Manga typischen Stilmitteln erzählen. Das Ergebnis überzeugte die Egmont-Redakteure so sehr, daß sie sich fragten, ob sie diese Geschichten nicht auch den Lesern hierzulande anbieten sollten. Schließlich zeigte ja der überwältigende Erfolg der »Sailor Moon«-Comics, daß auch deutsche Comicfans den expressiven Manga-Stil zu schätzen wissen.

Die erste Donald-Story, die mit japanischen Stilmitteln erzählt wird, erscheint in diesem »Micky Maus«-Magazin Nr.13. »Der Regenmacher« basiert auf einer klassischen Geschichte des legendären Carl Barks, die der 25jährige Japaner Michiaki Motohashi im Manga-Stil umgezeichnet hat: Donald ist als Pilot bei einem Bewässerungsunternehmen angestellt und mißbraucht seine Arbeitsmittel, um dem Rivalen Gustav Gans ein Picknick mit Daisy zu verderben.
 
 

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