Auschwitz
| Untertitel: | Eine Graphic Novel von Pascal Croci |
| Originaltitel: | Auschwitz - Une bande dessinée de Pascal Croci |
| Verlag: | Ehapa Comic Collection (Egmont vgs Verlag) |
| Erschienen: | Mai 2005 |
| Format: | Paperback (19,0 x 26,1 cm) |
| Einfarbig | |
| Genre: | Zeitgeschichte |
| Drama | |
| Inhalt: |
Ex-Jugoslawien 1993. Das jüdische Ehepaar Kazik und Cessia soll wegen Verrats hingerichtet werden. Angesichts des Todes erinnern sich Kazik und Cessia an die Zeit vor über 50 Jahren, als ihr Leben schon einmal auf Messers Schneide stand: Damals waren sie mit ihrer Tochter nach Auschwitz deportiert worden. Über die Zeit im Lager und den Tod der Tochter haben die beiden nie wirklich gesprochen. Doch kurz bevor sie erschossen werden, beginnen sie, über die in ihrem Perfektionismus menschenverachtende »Organisation des Todes« im KZ zu sprechen. So erlebt der Leser anhand von Pascal Crocis fein skizzierten Zeichnungen zunächst Kaziks Ankunft im KZ, die Trennung von seiner Familie bis hin zu seinem Einsatz im berüchtigten »Sonderkommando« - Kazik muss Leichen aus den Gaskammern beseitigen und anschließend verbrennen. Außerdem erfährt der Leser vom Überlebenskampf von Kaziks Frau Cessia und wie deren gemeinsame Tochter umkam. Durch das achtseitige Interview mit Pascal Croci am Ende des Albums soll der Leser Antwort auf mögliche Fragen bekommen, die das Werk aufwirft. Fünf Jahre lang hat Pascal Croci, inspiriert durch Claude Lanzmanns Film »Shoah« an Auschwitz gearbeitet, Bild- und Textquellen minutiös recherchiert und Überlebende befragt. Der Zeichner möchte mit seinem Werk zur Erinnerungsarbeit ohne Mystifikation auch für kommende Generationen beitragen. Allerdings nicht als Dokumentation, sondern bewusst als fiktive Erzählung. Dass er mit der (möglicherweise umstrittenen) Handlung Anfang der 90er Jahre im ehemaligen Jugoslawien einsteigt, ist ebenfalls Absicht. »Als ich die Bilder der jugoslawischen Konzentrationslager im Fernsehen sah, wurde ich unwillkürlich an die KZs der Nazis erinnert. Ich wollte meine Geschichte deshalb unbedingt mit der jüngsten Geschichte verknüpfen, damit Auschwitz nicht ausschließlich als Vergangenheit fungiert.« Pascal Croci Pascal Croci ist Jahrgang 1961 und brachte sich das Zeichnen als Autodidakt bei. Nachdem er lediglich ein Jahr lang eine Schule für technisches Zeichnen besuchte, begann er sich bereits eigenen Projekten zuzuwenden. Dabei nutzt er einen eigenwilligen Arbeitsstil, der ganz ohne Seitenaufrisse und Vorzeichnungen auskommt, um einen möglichst spontanen Eindruck der Comic-Seiten zu ermöglichen. Seit Anfang der neunziger Jahre veröffentlichte Croci regelmäßig Comics mit historischen und religiösen Inhalten, u.a. »Gloriande de Thémines« und »Lady Tara Cornwall«. Croci lebt im Department Aveyron in den südlichen Ausläufern des französischen Zentralmassivs. Für großes Aufsehen sorgte Croci mit dem 2000 in Frankreich veröffentlichten Band »Auschwitz«, in dem erstmals der Holocaust als realistischer Comic - oder grafische Erzählung - dargestellt wurde. Bereits mit zehn Jahren wurde Croci über eine Fernsehdokumentation auf dieses Thema aufmerksam. Es hat ihn seither nicht mehr losgelassen. Die Arbeit an der grafischen Erzählung wurde schließlich durch den Besuch einer Auschwitz-Ausstellung in Paris ausgelöst, in der ihn eine KZ-Überlebende ansprach - seine »erste Zeitzeugin«. Im engen Austausch mit weiteren ehemaligen KZ-Häftlingen entstand dann in einer mehr als fünf Jahre anhaltenden Recherchearbeit Auschwitz. Diese Form der »Doku-Fiktion« hat mittlerweile zahlreiche Preise gewonnen, darunter den »Prix Jeunesse« der Nationalversammlung. |



