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Wie eine Familie mit dem Lungenkrebs der Mutter umgeht - kann und darf man das als Comic darstellen? Man kann. Brian Fries hat es bewiesen und eine bewegende Geschichte der Bewältigung erzählt und gezeichnet. Er schildert in diesem autobiografischen Comic den Alltag seiner Familie in einer extremen Lebenssituation, ohne dabei das Thema zu trivialisieren. In der Familie Fies schließen sich die erwachsenen Kinder zusammen, um der Mutter beizustehen. Dabei gehen die zwei Töchter und der Sohn jeder auf seine eigene Art mit der Situation um - selbstverständlich bleiben Streit und Spannungen nicht aus, aber auch komische Szenen kommen vor. Erwähnt werden zudem medizinische Fakten, Behandlungsmethoden, Erfolge und Rückschläge. Das Buch ist voller menschlicher Wärme und berührt auch Leser, die nicht direkt betroffen sind. Es zeigt darüber hinaus ein Stück Lebenserfahrung, das in unserer Gesellschaft noch weitgehend tabuisiert ist. Man darf das Thema daher als Comic darstellen, wenn es so gelungen und einfühlsam umgesetzt ist wie in diesem Fall.
Brian Fies ist Cartoonist. Als bei seiner Mutter Krebs diagnostiziert wurde, war das Zeichnen für ihn eine authentische Ausdrucksform, um seinen Gedanken, Sorgen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Diese Cartoons veröffentlichte er als Webcomic. In kürzester Zeit bekam er enormen Zuspruch von anderen Betroffenen, deren Angehörigen und auch von Menschen, die nur indirekt mit dem Thema zu tun haben. Sie alle fanden sich in der einfach und gekonnt gestalteten und zudem ehrlichen und autobiografischen Geschichte wieder. Im Herbst 2005 hat Brian Fies den Eisner Award, den »Oscar der Comicindustrie«, für den besten Webcomic gewonnen. |